Dienstag, 22. Januar 2013

22.01.13

Hallo Welt!

Heute ist kein guter Tag, obwohl der Tag war eigentlich doch ganz ok. Aber ich bin traurig und fühl mich alleine. Aber vielleicht ist mir auch nur kalt? Ich habe keine Ahnung was ich fühle. Ich spüre diesen Drang, diesen Drang zum Traurig sein, zur Selbstverletzung. Ich fühle mich zum Tod hingerissen, verführt. Ist es nicht ein wundervolles Angebot, sich einfach in den Schnee zu legen, die Sterne am klaren Himmel zu betrachten und dabei einzuschlafen und der ganze Körper wird mit der Zeit so kalt, wie die Gedanken. Ich weiß nicht, ob es diese Decke der Hoffnung noch gibt, weil ich gerade verdammt zittere. Je älter ich werde umso geringer wird der Spielraum für Fluchtmöglichkeiten. Ich fühle mich so unglaublich unter Druck gesetzt, vor allem wegen der Schule und wegen diesem Perfektionismus der in unserer Gesellschaft herrscht.

Vielleicht wäre ich besser, perfekter, wenn es niemand erzwingen wollen würde.

Komisch, dass ich den ganzen Tag hier sitze und Angst vor der morgigen Englischstunde habe, die nur 45 Minuten dauert. Ich nehme mir vor, diese 45 Minuten einfach da abzusitzen und mich nicht zu bewegen, langsam zu atmen und versuchen nicht aufzufallen, meine Angst nicht auffallen zu lassen. Gefühlskalt auszusehen, obwohl soviel in mir drin ist. Ich weiß nicht, ob ich es morgen schaffe in den Klassenraum zu gehen oder ob ich Panik bekomme und einfach weggehe. So unglaublich starke Angst vor Demütigung in der Schule hatte ich noch nie. Angst, ja, aber nicht auf diese Weise.


Ich bin mir nicht sicher, ob irgendjemand merkt, dass es mir so schlecht geht. Immer wenn ich lache, frage ich mich, wie ich in diesem Moment lachen kann. Ist lachen nicht ein Zeichen von Glück? Nein, Lachen zeigt, dass man etwas lustig findet. Lächelt ein Mensch jedoch, ist es Glück oder der Versuch, tiefste Trauer zu unterdrücken. Lachen ist so nichts aussagend dagegen.

Ich würde, glaube ich, mit niemandem so reden oder das alles so frei raussagen, wie ich es hier schreibe.

Kaum zu glauben, dass ich schon 15 Jahre alt bin. Dass ich fast 2 Jahre nur noch dünn sein will. Dass ich fast 3 Jahre lang zur Selbstverletzung neige. Dass ich ihn in fast 4 Jahren nur ca. fünf Mal gesehen hab. Dass ich seit fast 5 Jahren aufs Gymnasium gehe, auf dem mich der Leistungsdruck immer schon krank gemacht hat. Dass ich fast seit 6 Jahren Handball spiele und es jetzt einfach aufgebe. Dass ich seit fast 7 Jahren Dinge verliere und mir jetzt erst klar wird, dass ich besser hätte aufpassen und genießen sollen, als das alles noch da war, vor fast 7 Jahren.

Ich schreibe heute so viel, weil ich einfach jemandem zum reden brauche und weil ich meine Gedanken an die Schule verdrängen will.

Und die einzige Frage, die ich mir nach diesem Text, an dem ich eine halbe Stunde saß, weil ich zwischendurch in irgendwelche Gedanken versunken bin, stelle ist: Was bedeutet für mich Glück?

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